Die 2000er-Jahre
2000 – Direkte Anbindung an DaimlerChrysler
Mit der Gründung der EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) im Juli 2000 wurde die MTU München direkt an DaimlerChrysler angebunden. Diese Neuzuordnung hatte eine umfassende Veränderung des Unternehmensauftritts zur Folge: aus der MTU München wurde die MTU Aero Engines. Für alle Maintenance-Tochtergesellschaften wurde eine verbindliche Namensgebung eingeführt: hinter der Bezeichung „MTU Maintenance“ gibt der folgende „Standortname“ Auskunft über den Ort der Maintenance (z.B. MTU Maintenance Berlin-Brandenburg). Im selben Jahr wurde die MTU Aero Engine Components gegründet.
2000 – Gründung der MTU Maintenance Zhuhai
Seit dem Jahr 2000 eingagiert sich der deutsche Triebwerkshersteller in China. Durch ein 50/50-Joint Venture mit China Southern Airlines, Chinas größter Fluglinie, hat sich die MTU vor Ort im asiatischen Wachstumsmarkt bestens positioniert.
2002 – Kooperation mit der Luftwaffe
Neue Wege der Zusammenarbeit beschreitet die MTU seit 2002 mit der Bundeswehr: Um die gemeinsame Betreuung des Eurofighter-Antriebs EJ200 zu optimieren, wurde das Kooperative Modell entwickelt. Die Arbeiten erfolgen nur mehr an einem Ort – bei der MTU. Das spart Kosten, Zeit und Ressourcen und sichert der Bundeswehr das Triebwerks-Know-how. Ausgedehnt wurde das Modell später auf die Antriebe RB199, J79, RR250-C20 und MTR390.
2002 – Einzug in ein ziviles Kerntriebwerk
Das PW6000 von Pratt & Whitney erhält einen Hochdruckverdichter made by MTU Aero Engines. Damit ist die MTU erstmals eigenverantwortlich in einem zivilen Kerntriebwerk vertreten. Mit der zusätzlich vereinbarten Entwicklung und Produktion des Hochdruckverdichters übernimmt die MTU als Programm-Partner einen Risk-Sharing-Anteil von 18 Prozent.
2003 – Hauptpartner beim TP400-D6
Als deutscher Hauptpartner beim TP400-D6, dem exklusiven Antrieb des Airbus-Militärtransporters A400M, liefert die MTU Aero Engines Hochtechnologie made in Germany: sie steuert den gesamten Mitteldruckteil bei und gemeinsam mit dem französischen Partner Snecma die Triebwerksregelung. Das serienmäßige Testing und die europaweit einzige Auslieferung erfolgt ebenfalls exklusiv bei der MTU – am Standort Ludwigsfelde. Neben Snecma und Rolls-Royce ist die MTU Hauptpartner im TP400-D6-Triebwerkskonsortium Europrop International (EPI) – jedes Unternehmen hält 28 Prozent. Vierter im Bunde ist die spanische ITP mit einem Programmanteil von 16 Prozent.
2003 – Umbenennung in MTU AENA
Im selben Jahr bündelt die MTU ihre Aktivitäten auf dem US-amerikanischen Markt und fusioniert die MTU Aero Engine Design und MTU Aero Engine Components unter dem Dach der MTU Aero Engines North America (MTU AENA).
2004 – KKR übernimmt die MTU Aero Engines
1. Januar 2004: Die MTU Aero Engines wird eine Beteiligungsgesellschaft von Kohlberg Kravis Roberts (KKR), nachdem DaimlerChrysler das Unternehmen zu 100 Prozent an KKR verkauft hat. KKR ist ein amerikanischer Private Equity Investor, der die strategische Ausrichtung der MTU sowie deren operatives Geschäft unverändert weiterführen wird. Dazu gehört auch die enge partnerschaftliche Zusammenarbeit der MTU mit Pratt & Whitney sowie die Einbindung von Deutschlands führendem Triebwerkshersteller in die aktuellen und zukünftigen zivilen und militärischen Programme.
2005 – Börsengang der MTU Aero Engines Holding AG
6. Juni 2005: Die Aktie der MTU Aero Engines Holding AG wird erstmals an der Börse gehandelt. Zum Emissionspreis von 21 Euro ist die Aktie mehr als siebenfach überzeichnet. Die Greenshoe-Option wird bereits bis zum 10. Juni vollständig ausgeübt. am 19. September wird die Aktie in den MDAX aufgenommen.
2006 – Partner beim GE-Triebwerk F414
Als neuer Risk- und Revenue-Sharing-Partner übernimmt die MTU 2,5 Prozent am Triebwerk F414 von General Electric und steuert zu dem Kampfflugzeug-Antrieb die Hochdruckverdichtertrommel sowie die Deckbänder für Hoch- und Niederdruckturbine bei. Sie hat damit den Sprung auf den amerikanischen Militärmarkt geschafft. Das F414 treibt das zweistrahlige Kampfflugzeug F/A-18 Super Hornet der U.S. Navy an.
2007 – Gründung der Aero Engines Polska
MTU Aero Engines Polska heißt der neue Auslandsstandort der MTU Aero Engines, der auf einem sieben Hektar großen Grundstück im Aviation Valley Polens entsteht. Die neue Tochtergesellschaft entwickelt und fertigt unter anderem Leit- und Laufschaufeln für Niederdruckturbinen, montiert Niederdruckturbinen und repariert Teile. Gearbeitet wird mit hochmodernen Maschinen und Reparaturverfahren, für deren Einzigartigkeit die MTU weltweit bekannt ist.
2007 – Claire I
Um die Triebwerke von morgen leiser, sparsamer und schadstoffärmer zu machen, hat die MTU zusammen mit dem Bauhaus Luftfahrt das Technologieprogramm Clean Air Engine (Claire) erarbeitet. Bis zum Jahr 2035 soll der CO2-Ausstoß um 30 Prozent reduziert werden. Claire basiert auf dem Getriebefan. Er zeichnet sich durch ein Getriebe zwischen Niederdruckturbine und Fan aus und wird von Pratt & Whitney und der MTU realisiert.
2008 – Die MTU beteiligt sich am GEnx und GE38-Antrieb
Premiere: Die MTU Aero Engines sichert sich als Programmpartner 18 Prozent am Hubschrauber-Antrieb GE38. Damit beteiligt sich das Unternehmen erstmals mit voller Entwicklungsverantwortung an einem US-amerikanischen militärischen Triebwerksprogramm. Zum GE38 steuert die MTU die Nutzturbine bei; eingesetzt werden die GE38-Modelle für einen künftigen europäischen schweren Transporthubschrauber HTH (=Heavy Transport Helicopter). Die MTU beteiligt sich auch am GEnx von General Electric und üb ernimmt rund 6,6 Prozent. Sie fertigt das Turbinenzwischengehäuse und übernimmt hierfür Entwicklungsverantwortung. Das Triebwerk treibt den Boeing 787 Dreamliner und das Langstreckenflugzeug Boeing 747-8 sowie die 747-8-Frachtversion an.
2009 – Die MTU beteiligt sich an MEPC
Die MTU beteiligt sich an der saubi-arabischen Middle East Propulsion Company (MEPC). Damit ist die MTU auch im Nahen Osten vertreten. MEPC ist ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen Untied Technologies Corporation, des Mutterkonzerns von Pratt & Whitney (P&W), Saudi Arabian Airlines und Shomoukh Al Hemman for Communication and Information und auf die Instandhaltung von militärischen Triebwerken spezialisiert. Hauptkunde ist die Royal Saudi Air Force (RSAF) mit ihren F100-Triebwerken von P&W. Hinzukommen sollen das Tornado-Triebwerk RB199 und der Eurofighter-Antriebs EJ200 sowie das T56 des Transportflugzeugs Hercules C-130 und das PT6.
Die Zukunft – Claire II/III
Beim Getriebefan sind Niederdruckturbine und Fan entkoppelt und laufen in ihrem jeweiligen Optimum - der Fan langsamer und die Turbine schneller. das erhöht den Wirkungsgrad und senkt den CO2-Austoß um 15 Prozent. Ausgerüstet mit einem gegenläufigen Fan wird eine CO2-Reduzierung von 20 Prozent erzielt. Den gegenläufigen Fan hat die MTU bereits in den 1980er-Jahren im Rahmen des Technologieprogramms Crisp entwickelt.
Die dritte Stufe des Technologieprogramms Clean Air Engine ist die Ergänzung des Getriebefans mit gegenläufigem Fan durch einen Wärmetauscher. Auch diese innovative Technologie stammt von der MTU und ist von ihr patentiert worden. Damit soll die Zielmakre von 30 Prozent weniger CO2 erreicht werden - und zwar im Jahr 2035. Der Claire-Antrieb hat einen weiteren Vorteil: Auch der Lärmpegel wird drastisch gesenkt.

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